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Wenn außer den Kerzen auch die Wohnung brennt

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Oh, du gefährliche Weihnachtszeit

Spätestens zum 1. Advent beginnt für die meisten Menschen die heimelige Zeit: Plätzchenduft hängt in der Luft, bald darauf erhellen der Adventskranz und später der Weihnachtsbaum die Wohnung mit warmem Kerzenschein. Leider kann schon ein Moment der Unachtsamkeit die friedliche Stimmung in Sekunden zerstören. Was nur wenige wissen: Springt ein Funke auf die Polster oder den Teppich über, kann in weniger als drei Minuten bereits das ganze Zimmer in Flammen stehen. Tanja Cronenberg von ERGO gibt deshalb wertvolle Tipps, wie die bevorstehende Advents- und Weihnachtszeit zu einem besinnlichen Erlebnis ohne Verletzungs- und Brandrisiko wird.

So romantisch Kerzenlicht auch sein mag, so gefährlich ist es. Vor allem in den kalten Monaten steigt in den Haushalten die Brandgefahr: Kaminfeuer und Kerzenschein lassen alljährlich um diese Zeit die Zahl der Brandschäden in die Höhe schnellen.

Vom Umgang mit offenem Feuer

Besondere Gefahrenquellen: Trockene Gestecke oder Adventskränze sowie Christbäume. Sie verhalten sich bei Funkenflug nahezu wie Brandbeschleuniger. ERGO Expertin Tanja Cronenberg warnt deshalb: „Bereits die Hitze einer heruntergebrannten Flamme kann ausreichen, um ein Feuer zu entfachen. Lassen Sie brennende Kerzen deshalb am besten niemals unbeaufsichtigt – und tauschen Sie heruntergebrannte Kerzen möglichst frühzeitig durch neue aus.“ Wer auf Nummer Sicher gehen will, wählt Kerzen, die vor dem Abbrennen von selbst verlöschen, und steckt diese nicht einfach nur auf einen Dorn oder ein Drahtende: Mehr Sicherheit bieten feuerfeste Kerzenhalterungen. Das gilt für Adventskränze genauso wie für Weihnachtsbäume oder Lichterpyramiden.

Kinder und Haustiere sollten zu ihrem eigenen Schutz dem romantischen Kerzenlicht niemals zu nahe kommen. Sie können durch Unachtsamkeit zudem schnell zu unfreiwilligen „Brandstiftern“ werden. Falls es trotz aller Vorsicht doch zu einem Brand kommt, zählt jede Sekunde. Löschmittel wie ein Eimer mit Wasser oder ein Handfeuerlöscher sollten deshalb immer griffbereit in der Nähe stehen. Bewährt haben sich auch Rauchwarnmelder, die rechtzeitig Alarm schlagen. „Eine solche Investition lohnt sich in jedem Fall – auch für den Rest des Jahres“, bestätigt Tanja Cronenberg.

Der Zauber eines Baumes mit echten Kerzen

So viel ist sicher: Elektrische Kerzen bergen das geringste Brandrisiko. Wer dennoch echte Wachskerzen am Weihnachtsbaum vorzieht, sollte unbedingt einige Vorsichtsmaßnahmen beherzigen, damit die weihnachtliche Festbeleuchtung am Ende nicht zum flammenden Inferno wird. „Kaufen Sie Ihren Baum erst kurz vor dem Fest und bewahren Sie ihn bis Heiligabend an einem kühlen, feuchten Ort, zum Beispiel in der Garage, auf“, so ein Rat der Sicherheitsexpertin von ERGO. „Der Baum sollte seinen Platz immer mit genügend Abstand zu brennbaren Stoffen, wie Gardinen, finden.

Am besten stellen Sie ihn auf den Boden und befestigen ihn in einem stabilen und mit Wasser gefüllten Ständer, den Sie regelmäßig nachfüllen. Benutzen Sie auf keinen Fall brennbaren Weihnachtsschmuck wie Strohsterne und nutzen Sie feste Kerzenhalter.“ Jede Kerze sollte außerdem so befestigt sein, dass ihre Flamme keine Äste und Zweige erreichen kann. „Wenn Sie die Kerzen anzünden, beginnen Sie oben und arbeiten Sie sich nach unten durch. Das Löschen erfolgt genau umgekehrt, also von unten nach oben“, so Tanja Cronenberg. Und auch am Baum gilt: „Tauschen Sie die abgebrannten Kerzen frühzeitig aus und lassen Sie sie am besten nie für längere Zeit aus den Augen.“

Hitze in der Weihnachtsbäckerei

Weihnachten ohne Plätzchenbacken ist nur halb so schön. Besonders Kinder haben ihre helle Freude am Teigkneten, Ausstechen und Backen der süßen Köstlichkeiten. „Sind die weihnachtlichen Leckereien dann im Backofen, muss es meist schnell gehen – und unter Zeitdruck steigt erfahrungsgemäß das Verletzungsrisiko“, weiß Tanja Cronenberg. „Achten Sie deshalb besonders darauf, dass die Kinder spitze und scharfe Küchengeräte nur unter Aufsicht nutzen und dabei einen sicheren Stand haben.“ Heiße Töpfe und Backbleche platzieren umsichtige Chefköche nicht in der Nähe von Kinderhänden – zu schnell kommt es zu Verbrennungen. „

Lassen Sie Töpfe auch niemals für längere Zeit unbeaufsichtigt auf dem eingeschalteten Herd. Besonders Fett entzündet sich schnell und kann die ganze Küche in Brand setzen“, warnt die ERGO Expertin. Herd und Ofen sollten für die Kleinen sowieso tabu oder zumindest entsprechend gesichert sein. Auch nach dem Kochen oder Backen sind das Backrohr und die Herdplatten meist noch lange heiß – und können bei Berührung starke Verbrennungen hervorrufen. „Schalten Sie nicht genutzte Kochplatten deshalb gleich aus und schließen Sie die Backofentür“, rät Tanja Cronenberg. „Zum Hantieren mit heißen Backblechen oder Töpfen sollten zudem immer trockene Topflappen bereit liegen – nasser Stoff leitet die Hitze schnell weiter und kann so ebenfalls zu Verbrennungen führen.“ Liegen die frisch gebackenen, duftenden Plätzchen dann endlich zum Abkühlen auf einem Teller, besteht lediglich die Gefahr, dass sie zu gut schmecken – und womöglich nicht genug davon für den Adventskaffee übrig bleibt…

Aktualisiert (Donnerstag, den 20. Oktober 2016 um 13:03 Uhr)